Vor über 100 Jahren ereignete sich im Kanton Zug ein entsetzliches Verbrechen an dem erst 27 Jahre alten Kantonspolizist Roman Staub aus Menzingen, der im Dienst der Gemeinde Oberägeri stand. Dieser durchforstete am 15. November 1907 das Waldgebiet am Ratengütsch, als ihm ein verdächtiger Mann auffiel. Er ging zu dem verwahrlost aussehenden Mann und wollte eine Personenkontrolle durchführen. Doch völlig unerwartet zog dieser seine Pistole und jagte dem ahnungslosen Roman Staub eine Kugel in den Kopf. Roman Staub war sofort tot. Als seine Leiche am Waldrand unweit des Tüfelsmösli gefunden wurde, leitete der damalige Polizeidirektor Josef Andermatt sofort eine Fahndungsaktion nach dem Täter ein. Diese führte zu dem Hausierer Karl Ebner aus Unterlauchringen bei Waldshut. Karl Ebner war in Deutschland bereits aktenkundig und wegen mehrfachen Einbruchdiebstahls vorbestraft. Diesmal befand er sich auf Diebestour in der Region Zug. Dort traf er auf Roman Staub, was für diesen tödlich endete. Karl Ebner wurde in einer Gaststätte in Radolfzell dingfest gemacht. Jedoch bestritt er bis zuletzt den Mord an Roman Staub. Doch durch die erdrückende Beweislast wurde Karl Ebner vom Schwurgericht Konstanz zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch das Ebner beim Großherzog Friedrich II. von Baden eingereicht hatte, wurde am 31. August 1908 abgelehnt. Am 2. September wurde Karl Ebner im Hof des Konstanzer Gefängnisses enthauptet. Anwesend war auch der Polizeidirektor Andermatt, dem extra eine Gratiseintrittskarte zur Hinrichtung von Karl Ebner geschickt worden war. Bis heute erinnert an die Ermordung von Roman Staub eine kleine Gedenkstätte, an der Stelle, wo damals Roman Staub von Karl Ebner erschossen wurde.
