Eines der häufigsten Motive bei Tötungsdelikten überhaupt ist die Eifersucht. Jährlich sterben über 100 Frauen durch die Hand ihres Partners. Eine dieser Frauen war die erst 18 Jahre alte Schülerin Zoe Frantzis. Diese wurde Opfer ihres krankhaft eifersüchtigen Ehemannes, der seine geliebte Ehefrau Zoe nicht nur erwürgte, sondern auch bestialisch in 11 Teile zerstückelte und ihren Kopf bis zur Unkenntlichkeit entstellte. Der Mord gilt als einer der brutalsten in der griechischen Kriminalgeschichte. Am Morgen des 25. Juni 1987 fand der 50 Jahre alte Sammler K. Vuzilas beim Durchsuchen von Mülltonnen nach alten Briefmarken im Athener Stadtteil Kato Patissia in einem Sack menschliche Überreste. Sofort rief Vuzilas die Polizei. Diese entdeckte insgesamt 11 Leichenteile, die von einer jungen Frau stammten. Jedoch fehlte der Kopf, so dass eine Identifizierung nicht möglich war. Glücklicherweise wurde in einer Hosentasche eine Quittung eines Metzgers gefunden. Diese führte die Polizei in eine bestimmte Gegend, wo auch das frisch verheiratete Ehepaar Frantzis lebte. Erst vor Kurzem hatte sich das Ehepaar angeblich getrennt und die junge Ehefrau war ausgezogen. Die Beschreibung der Ehefrau passte auf die Leiche, weshalb die Polizei den jungen Ehemann Panagiotis befragte. Dieser gestand, dass er die Leiche seiner Ehefrau nach einem tragischen Unfall, zerstückelt hatte. Er hatte keinen anderen Ausweg gewusst. Er erzählte der Polizei, dass er Zoe im Oktober 1985 in einem Café auf dem Koliatsou-Platz kennen gelernt hatte, wo er im Bekleidungsgeschäft seines Vater gelegentlich aushalf. Dort befand sich Zoes Schule. Für den jungen Mann, der an der Wirtschaftsuniversität in Athen studierte, war es Liebe auf den ersten Blick. Für Zoe, ein bildhübsches Mädchen eines pensionierten Steuerbeamten, verließ er seine Freundin, mit der er 5 Jahre zusammen war. Er begann mit der erst 16 Jahre alten Zoe eine stürmische Beziehung. Doch aufgrund von Panagiotis Eifersucht kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Liebenden. Panagiotis war besessen von Zoe, der ihr selbst bei Familienurlauben in die griechische Hafenstadt Nafpaktos folgte. Immer wieder trennte sich das Paar, um sich dann doch wieder zu versöhnen, bis im Dezember 1986 schließlich die Hochzeit folgte. Doch das junge Glück wurde immer wieder von Panagiotis Eifersucht überschattet, die wie ein Geschwür stetig wuchs. Es war der 24. Juni 1987 als das Paar abends gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar in einem Restaurant in Fokionos Negri unterwegs war. Wie so oft war es wegen Panagiotis Eifersucht zum Streit gekommen, weshalb das Paar in ihre Wohnung zurückkehrte. Während Panagiotis das Auto parkte, war Zoe bereits in die Wohnung zurückgekehrt. Als Panagiotis dort ankam, hatte Zoe die Tür verschlossen. Erst nach 1 Stunde ließ sie Panagiotis in die Wohnung. Es folgte leidenschaftlicher Versöhnungssex. Doch kurz danach kam es erneut zum Streit, der laut Panagiotis mit einem tragischen Unfall endete. Zoe war während des handgreiflichen Streits mit dem Kopf auf die Bettkante geprallt und lag am Boden. Nachdem Panagiotis keinen Puls mehr fühlte, geriet er in Panik. Er schleppte die Leiche ins Badezimmer, wo er sie in die Badewanne legte. Dann begann er mit seinem kretischen Taschenmesser, einem Urlaubssouvenir, und einem Hammer die Leiche in 11 Teile zu zerstückeln. Über drei Stunden dauerte es, bis er Zoes Leiche zerteilt hatte. Er musste mehrmals eine Pause einlegen, da er sich immer wieder übergeben musste. Die Leichenteile steckte er anschließend in Säcke, die er in Mülltonnen in Kato Patissia entsorgte. Danach erzählte er seinen Freunden und Bekannten sowie Zoes Eltern, dass diese ihn verlassen hatte. Doch diese Version hatte einen Haken. Denn die Gerichtsmediziner fanden Würgespuren am Hals von Zoe sowie Abwehrspuren, die auf heftige Gegenwehr seitens Zoes hinwiesen. Zoe war eindeutig erwürgt worden. Zudem war Zoes Kopf in einem Mülleimer unweit der Kirche Agios Panteleimonas entdeckt worden. Dieser war entsetzlich entstellt worden, um eine Identifizierung unmöglich zu machen. Laut dem Gerichtmediziner waren die Augen herausgerissen sowie Nase, Haare und Ohren abgeschnitten worden. Im September 1988 startete der Prozess von Panagiotis Frantzis wegen Mordes an seiner Ehefrau Zoe. Panagiotis beteuerte bis zum Prozessende seine Unschuld. Der Mord an Zoe war ein gefundenes Fressen für die Medien, die immer wieder Fotos von den grausam entstellten Leichenteilen veröffentlichten, die bis heute im Internet kursieren. Panagiotis wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, der dreimal einen Antrag auf bedingte Entlassung stellte, die der zuständige Justizrat jedes Mal ablehnte. Im Oktober 2005 wurde Panagiotis Frantzis nach 18 Jahren Haft aus dem Gefängnis Agia Chania entlassen. Wie es ihm heute geht, ist nicht bekannt.
