Die Wiener Innenstadt, bekannt für ihre prächtigen Gebäude wurde im Dezember 2018 von einem verstörenden Ereignis heimgesucht. Inmitten der weihnachtlich geschmückten Straßen, in denen sich Einheimische und Touristen tummelten, hallte der scharfe Knall mehrerer Schüsse. Das Echo dieser Gewalt durchbrach die Idylle der Donaumetropole und ließ die Menschen in Panik zurück. Der Vorfall ereignete sich in einer Fußgängerpassage vom Lugeck zur Wollzeile, unweit des berühmten Schnitzelrestaurants Figlmüller, einer der bekanntesten kulinarischen Institutionen Wiens. Hier wurden zwei Männer Opfer eines brutalen Angriffs, der an eine klassische Mafia-Hinrichtung erinnerte. Einer der Männer, Vladimir Roganovic, ein 31-jähriger Mann mit Verbindungen zu einem Balkan-Unterwelt-Clan, starb noch am Tatort. Der andere Mann wurde schwer verletzt ins Wiener AKH gebracht, wo er sofort operiert wurde und tatsächlich überlebte. Der junge Mann entpuppte sich als der 23 Jahre alte Stefan V., der Sohn eines ehemaligen mächtigen Bosses der Mafia war. Die Wiener Polizei reagierte schnell und leitete umfassende Maßnahmen ein. Der Täter, der möglicherweise selbst angeschossen wurde, entkam laut Zeugenaussagen in einem schwarzen Mercedes, hinterließ aber eine Blutspur. Die Fahndung erstreckte sich bald über das gesamte Stadtgebiet, wobei mehrere Personen angehalten und aufgefordert wurden, sich auszuweisen. Via Twitter kommunizierte die Polizei ihre Erkenntnisse, teilweise auch in englischer Sprache. Dies geschah nicht nur wegen der internationalen Berichterstattung, sondern auch aufgrund der vielen Touristen, die sich zur Weihnachtszeit in Wien aufhielten. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Vorfall in Wien nicht um einen Terrorakt handelte, sondern wahrscheinlich um eine Fehde zwischen Balkan-Clans. Bei den Balkan-Clans handelte es sich um den mafiösen Kavacki-Clan und den Skaljarski-Clan, beide Clans wurden nach einer Siedlung in Kotor benannt. Ende 2014 war es zwischen den beiden Clans wegen eines Drogen-Geschäftes zum Streit gekommen. Der Kavacki-Clan soll der anderen Mafia-Bande 200 Kilogramm Kokain aus einer Wohnung in Valencia gestohlen haben. Danach kam es zu blutigen Abrechnungen in Valencia, Montenegro und in Serbien. Bei diesen kam auch der Vater und der Bruder von dem Schwerverletzten Stefan V. ums Leben. Vladimir Roganovic, der erst am 7. Dezember 2018 aus dem Gefängnis entlassen worden war, gehörte dem berüchtigten „Kavacki-Clan“ aus Montenegro an. Er hatte eine kriminelle Vergangenheit. Seine Verbindung zu illegalen Aktivitäten, einschließlich Dokumentenfälschung und Waffenbesitz, war bekannt. Somit wurde der Mord als Teil einer unterweltlichen Auseinandersetzung interpretiert, die in den Straßen Wiens ihren tödlichen Höhepunkt fand. Zeugen berichteten, dass sie die Gruppe zuvor bei einem gemeinsamen Mittagessen im Schnitzel-Restaurant „Figlmüller“ gesehen hatten, wo offenbar Spannungen aufflammten. Nach dem Mord, der in den Medien als „Mafia-Mord“ beschrieben wurde, bestritt ein in Untersuchungshaft befindlicher 29-Jähriger vehement seine Beteiligung. Aus mehreren Zeugenaussagen ging hervor, dass der 29-Jährige dem Schützen nachgelaufen sei, bevor dieser sich umdrehen und auf ihn zielen konnte. Der Angriff endete damit, dass sich der Verdächtige versteckte und anschließend versuchte, Erste Hilfe zu leisten. Laut der Wiener Polizei rief er in englischer Sprache: „Is he dead, is he dead?“, als der getötete Mann abgedeckt wurde. Dieser emotionale Ausruf wurde durch Zeugenaussagen bestätigt und sorgte für eine Welle der Empathie gegenüber dem Inhaftierten. Während die Suche nach dem Täter fortgesetzt wurde, blieb die Frage nach den Motiven des Verbrechens entscheidend. Rivalitäten zwischen montenegrinischen Clans, möglicherweise im Zusammenhang mit Drogenhandel, standen im Fokus der Ermittlungen. Der Mord an Vladimir R., direkt nach Verlassen eines Restaurants am Lugeck, war ein gezielter Angriff und wurde als Hinrichtung wahrgenommen. Die Wiener Bevölkerung reagierte bestürzt auf die Ereignisse, die ihr Bild einer sicheren und kulturell reichen Stadt trübten. Diskussionen über die Präsenz internationalen Verbrechens fanden in politischen und sozialen Kreisen statt. Medienberichte verfolgten die Entwicklung der Ermittlungen und brachten vielfach die Sorge der Bürger zum Ausdruck, dass solch brutale Gewaltakte auch in einer Stadt wie Wien geschehen können. Die Berichterstattung erstreckte sich bis in die internationalen Medien, wodurch die Stadt Wien in den Fokus globaler Aufmerksamkeit rückte. Touristen, die damals die festliche Atmosphäre der Stadt genießen wollten, befanden sich nun inmitten einer polizeilichen Großfahndung. Die Polizei, die sowohl national als auch international agierte, war Symbol für die schnelle und stehts bemühte Kontrolle und Sicherheit in Krisensituationen. Der Vorfall brachte viele Fragen auf, nicht nur hinsichtlich der Sicherheitslage in Wien, sondern auch bezüglich der internationalen Verflechtungen von Kriminalität. Während der Täter weiterhin auf der Flucht war, bemühte sich die Polizei darum, dem Verbrechen und seinen tieferliegenden Netzwerken auf die Spur zu kommen. Die Rolle des angeklagten 29-Jährigen blieb undurchsichtig, und die rechtlichen Prozesse rund um den Fall waren von größtem Interesse innerhalb der österreichischen Gesellschaft. Der Mafia-Mord mitten in Wien offenbarte auf dramatische Weise die Herausforderungen moderner urbaner Sicherheit und die ständige Wachsamkeit, die erforderlich ist, um die unsichtbaren Grenzen zwischen Alltag und Gefahr zu verwalten. Bis heute konnte der Mörder von Vladimir Roganovic trotz intensiver Ermittlungen der Wiener Polizei nicht gefasst werden.
