Im Zeitraum von 2002 bis 2004 wurden 9 furchtbar verstümmelte junge Frauen im Wald oder auf einer Mülldeponie in der Gegend der bayrischen Stadt Landshut gefunden. Die Leichen der jungen Frauen wiesen entsetzliche Verletzungen im Unterleibsbereich auf, waren aber nicht sexuell missbraucht worden. Der Mörder hatte mit einer Kettensäge die Körper der Frauen oftmals bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Verstümmelungen waren aber nicht die Todesursache. Diese waren mehrere Einstiche mit einem spitzen Gegenstand, vermutlich einem Skalpell, denen sie verblutet waren. Die Polizei tappte völlig im Dunkeln, wer der grausame Serienkiller war. Doch dann stellte die Polizei fest, dass der ermordeten Frauen in Kontakt zu einem jungen Mädchens namens Lilly standen. Konnte dies ein Zufall sein? Der Vater von Lilly war Alfons Gurtmann. Dieser wurde als vierter Sohn des Bauarbeiters Eduard und dessen Ehefrau Anna in Erding geboren. Alfons Mutter Anna war chronisch krank, weshalb Alfons und seine Geschwister schon früh auf sich allein gestellt waren. Nachdem Hauptschulabschluss absolvierte Alfons eine Lehre zum Forstwirt. Anno 1990 hatte Alfons Gudrun kennen und lieben gelernt, die er nur ein Jahr später heiratete. Nach einem halben Jahr erblickte deren Tochter Lilly das Licht der Welt. Alles schien sich endlich für Alfons zum Guten gewendet zu haben. Doch dann schlug das Schicksal hart gegen Alfons zu, als kurz nach der Geburt von Lilly, Alfons geliebte Ehefrau Gudrun verstarb. Seitdem kümmerte sich Alfons gemeinsam mit einer Cousine seines Vaters aufopferungsvoll um Lilly, die in einem Haus in Kumhausen bei Landshut lebten. Nachdem die Polizei herausgefunden hatte, dass unter den Opfern Lillys Lehrerin, ihre ehemalige Babysitterin und ihre Trainerin aus einem Sportverein, den Lilly besuchte, erhärtete sich der Verdacht gegen Alfons Gurtmann, der am 31. November 2004 in seinem Haus verhaftet wurde. Im anschließenden Verhör gestand Alfons Gurtmann, der keinerlei Vorstrafen hatte und als liebevoller Vater galt, die Morde an 9 Frauen. Zum Motiv und der Vorgehensweise schwieg Alfons eisern. Die Polizei vermutete, dass Alfons die Opfer durch Lilly in sein Haus oder in ein Waldstück unweit von seinem Haus gelockt hatte, wo er diese dann ermordet und mit einer Kettensäge verstümmelt hatte. Diese Kettensäge fand die Polizei bei Alfons Hausdurchsuchung. Alfons Gurtmann wurde am 16. März 2005 wegen 9-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Als seine 12 Jahre alte Tochter von der Verurteilung ihres Vaters erfuhr, erlitt diese einen Nervenzusammenbruch. Sie wurde in eine geschlossene Abteilung des Bezirkskrankenhauses Landshut eingewiesen. Doch damit endete die Geschichte von Alfons Gurtmann noch lange nicht. Denn dieser unternahm 2008 einen Fluchtversucht, als er gemeinsam mit anderen Häftlingen aufgrund der Schließung der Justizvollzugsanstalt Landshut in ein anderes Gefängnis transportiert wurde. Als das Fahrzeug aus unerklärlichen Gründen von der Fahrbahn abkam, konnte Alfons unbemerkt entkommen. Da der Fahrer des Transporters tot und dessen Beifahrer schwer verletzt war. Seitdem fehlte von Alfons jede Spur. Im Laufe der Jahre passierten weitere Morde, die denen von Alfons Gurtmann ähnelten. Dann fanden im November 2013 Spaziergänger in einem Waldstück bei Landshut die Leiche eines Mannes, der in einer großen Blutlache lag. Dieser entpuppte sich als Alfons Gurtmann, dessen Körper 138 Einstiche aufwiesen, an denen er verblutet war. Neben seiner Leiche lag ein Skalpell. Da es weder Kampfspuren noch Hinweise von Fremdeinwirkungen gab, ging die Polizei davon aus, dass sich Alfons Gurtmann im Wahn mit dem Skalpell die Einstiche selbst zugefügt hatte. Er wollte genauso wie seine Opfer sterben. Alfons Gurtmann wurde anonym auf eine Friedhof in Landshut beigesetzt. Damit endete endgültig die Geschichte von Alfons Gurtmann.
