Am 13. März 1927 erblickte Peter Thomas Anthony Manuel in New York City das Licht der Welt. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, dass Peter einmal zu den berüchtigtsten Serienmörder Schottlands zählen und am Galgen enden würde. Aber der Reihe nach. Peters Eltern hatten Schottland den Rücken gekehrt, um in den Vereinigten Staaten den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär zu verwirklichen. Doch schon bald holte die Familie, die sich in Detroit niedergelassen hatte, die Realität ein. Durch den Börsencrash vom 24. Oktober 1929 kam es zu einer schweren Wirtschaftskrise in den USA, weshalb die Familie kurzerhand ihre Koffer packte und nach Schottland zurückkehrte. Sie zogen ins Dorf Birkenshaw in North Lanarkshire. Doch Peter, der ein inniges Verhältnis zu seinen Eltern hatte, fiel es schwer sich im schottischen Dorf einzuleben. Er geriet früh auf die schiefe Bahn und war bereits im Alter von 10 Jahren bei der Polizei als Dieb bekannt. Mit 16 Jahren hatte er diverse sexuelle Strafdelikte begangen, was ihm 9 Jahre Gefängnis einbrachte. Peter war ein Frauenheld, der es jedoch nie lange mit einer Frau aushielt. Er liebte es Frauen zu dominieren, vergötterte aber seine Mutter. Genauso verhielt es sich mit dem Familienhund, den Peter liebte, jedoch andere Tiere quälte er. Peter war ein Mann voller Widersprüche, der es sogar 1955 schaffte sich erfolgreich im Fall einer ihm vorgeworfenen Vergewaltigung vor dem Airdrie-Sheriff-Gericht selbst zu verteidigen. Nur 1 Jahr später begann Peter seine Mordserie, die ihn den Namen „Bestie von Birkenshaw“ einbrachte. Peters erstes Mordopfer wurde die 17 Jahre alte Anne Kneilands, der Peter am 2. Januar 1956 vom East Kilbride Golfplatz gefolgt war. Mit einer Eisenstange überwältigte er diese. Dann vergewaltigte er Anne und schlug sie anschließend mit der Eisenstange tot. Danach floh Peter. Aufgrund seines Status als Sexualstraftäter wurde Peter zu Annes Mord befragt. Doch Peters Vater Samuel gab ihm ein Alibi. Peter hatte seitdem alle Skrupel verloren, einen Menschen einfach auszuschalten. Nur wenige Monate nach Peters erstem Mord brach er am 17. September 1956 in das Haus der Familie Watts in Glasgow ein. Dort erschoss er Marion Watts, deren Tochter Vivienne und deren Schwester Margaret Brown, die zu Besuch war. Die Polizei verdächtigte zunächst Marions Ehemann William, der sich zum Tatzeitpunkt auf einem Angelausflug im 90 Meilen entfernten Ardrishaig befand. Da ein Fährmann der Renfrew-Fähre überzeugt war, dass er William nachts auf der Fähre gesehen hatte und ein Autofahrer ihn angeblich auf Loch Lomondside überholt hatte, wurde William Watt, der mehrere Affären während seiner Ehe mit Marion hatte, festgenommen. Zwei Monate verbrachte er im Barlinnie-Gefängnis in U-Haft, bevor er aus Mangel an Beweisen entlassen wurde. Im selben Gefängnis wurde in der Zwischenzeit auch Peter wegen eines Einbruchs gebracht, der Ende November 1957 wieder auf freien Fuß kam. Einen Monat später hatte Peter die 17 Jahre alte Isabelle Cooke verfolgt, nachdem diese ihr Haus in Mount Vernon verlassen hatte, um in der Uddingston Grammar School zu einem Ball zu gehen. Peter vergewaltigte Isabelle und erwürgte diese mit ihrer eigenen Unterwäsche. Danach vergrub er ihre Leiche in einem Feld. Nur kurz danach brach er am Neujahrstag 1958 in das Haus der Familie Smart in Uddingston ein. Dort erschoss er den 45 Jahre alten Peter Smart, dessen 42 Jahre alte Ehefrau Doris und dessen 10 Jahre alten Sohn Michael. Doch anstatt sofort zu flüchten, machte es sich Peter im Hause der Smarts bequem. Er verbrachte dort eine Woche, aß deren Hogmanay-Essen, Hogmany ist die schottische Silvesterfeier und das Hogmany-Essen umfasst alle traditionellen Speisen von Schottland, und sogar das Futter der Familienkatze. Als Peter genug vom Leben im Hause der Watts hatte, entwendete er die frisch gedruckten Banknoten, die Peter Smart am Silvesterabend von seiner Bank abgehoben hatte und fuhr mit dem Familienauto der Smarts davon. Als Peter zufällig ein Polizist begegnete, nahm er diesen mit, der gerade dabei war das Verschwinden von Isabelle Cooke zu untersuchen. Da Peter mit den frisch gedruckten Scheinen, die allesamt nummeriert waren, in Bars in und um Glasgow bezahlte, kam die Polizei ihm auf die Schliche. Am 14. Januar stürmten die Beamten des Glasgow CID das Haus von Peters Familie und nahmen ihn fest. Damit Peter gestand, wandte die Polizei einen Trick an. Sie ließen Peter 24 Stunden allein in seiner Zelle sitzen, ehe sie ihn zum Verhör holten. Tatsächlich funktionierte dieser Trick und Peter gestand die Morde an Anne Kneilands, Mario und Vivienne Watts, Margaret Brown, Isabelle Cooke und der Familie Smart. Am 12. Mai 1958 startete am Glasgow High Court der Prozess gegen den 31 Jahre alten Peter, der nach 12 Tagen von der Jury für schuldig und zum Tode durch Strangulation verurteilt wurde. Dieses Urteil wurde am 11. Juli 1958 vollstreckt. Peters letzte Worte waren: „Dreh das Radio auf und ich gehe leise.“ Peter war damit der drittletzte Verbrecher, der in Schottland hingerichtet wurde. 17 Tage nachdem Peter gehängt worden war, kam die Jury eines Gerichtmediziners zum Schluss, dass Peter auch den 36 Jahre alten Taxifahrer Sydney Dunn auf dem Gewissen hatte. Beweis war ein im Taxi von Dunn gefundener Knopf, der mit Peters Jacke übereinstimmte. Dunn war am 8. Dezember 1957 erschossen worden, als Peter in Newcastle auf Jobsuche war. Da der Mord in einer anderen Gerichtsbarkeit stattfand, wurde Peter nie angeklagt.
