Ein wahrlich bizarres Verbrechen ereignete sich im Jahr 2018 in Holmdel Township im US-Bundesstaat New Jersey. Seit Anfang des Jahres wurden unweit des Footballfeldes und der Laufbahn der Holmdel High School täglich von Schülern und Mitarbeitern menschliche Kackhaufen gefunden. Man ging davon, dass diese vermutlich von einem Schüler stammten, der damit ein Zeichen gegen das Establishment setzen wollte. Doch die Identität des Super-Scheißers entpuppte sich als eine kleine Sensation. Der geheimnisvolle Kacker war der 43-jährige Schulrat Thomas W. Tramaglini aus Aberdeen Township. Niemand hätte gedacht, dass ein angesehenes Gemeindemitglied und Superintendent der Kenilworth Schulen der Schuldige sein könnte. Der Polizeibeamte Jonathan C. Martin, der an der Holmdel High School als Schulressourcen-Officer tätig war, sorgte für die Enttarnung des Super-Kackers. Denn dieser hatte nach den zahlreichen Beschwerden von Schülern und Lehrkräften eine Überwachungskamera eingesetzt, um den Täter auf frischer Tat zu ertappen. Am 1. Mai 2018, um 5:30 Uhr morgens, entdeckte er frische Exkremente unter den Tribünen und stellte einen Läufer zur Rede: Niemand Geringeren als den hochrangigen Bildungsbeamten Thomas Tramaglini. Der 43-jährige Superintendent, der leidenschaftlicher Marathon-Läufer war und täglich dafür trainierte, wurde sofort wegen unzüchtigen Verhaltens, Müllverschmutzung und öffentlicher Defäkation verhaftet. Laut Polizeibericht hatte das Personal der Schule die Polizei benachrichtigt, weil sie täglich menschliche Fäkalien in der Nähe der Laufbahn fanden. Dies löste eine Medienlawine aus, die Tramaglini mit unvorteilhaften Spitznamen wie „Super-Scheißer“ und „Scheißerintendent“ überschüttete. Diese Berichterstattung führte schließlich dazu, dass Tramaglini eine bezahlte Beurlaubung nahm und später seinen Rücktritt einreichte. Tramaglini, der ein Jahresgehalt von knapp 147.502 Dollar hatte, reichte anschließend eine Klage gegen die örtliche Polizei ein. Er forderte eine Millionen Dollar Schadensersatz für die Veröffentlichung seines Polizeifotos, welches laut ihm seine Karriere und sein Leben zerstört habe. In einer Anhörung im September 2019 wurde eine Beschwerde von Tramaglini abgelehnt, und er erhielt keinen Schadensersatz in Höhe von einer Million Dollar. Am 24. Oktober 2018 hatte sich Tamaglini bereits für schuldig bekannt und gestand, einmal in der Nähe des Sportplatzes defäkiert zu haben, was ihm eine Geldstrafe von 500 Dollar und zusätzliche Gerichtskosten von 33 Dollar einbrachte. Sein Anwalt Matthew Adams erklärte, dass Tramaglini am sogenannten „Läuferdurchfall“ leide. Während intensiver körperlicher Betätigung, in diesem Fall dem Laufen, werden lose Stuhlgänge verursacht. Obwohl Tramaglini behauptete, er habe keine andere Wahl gehabt, als unter den Tribünen sein Geschäft zu verrichten, besagten Gerichtsdokumente, dass sich in unmittelbarer Nähe mobile Toiletten befanden. Die Konsequenzen für Tramaglini waren schwerwiegend. Neben dem Verlust seines Jobs führte die negative Presse dazu, dass seine Familie und Kinder belästigt wurden. Seine Klage gegen die Polizei, die in einem Bundesgericht eingereicht wurde, wurde letztlich abgewiesen. „Es ist das Schlimmste, dass meine Kinder darunter leiden“, sagte Tramaglini. „Jedes Mal, wenn sie ihren Namen googeln, wird diese Geschichte auftauchen.“ Seine Verteidigung behauptet weiterhin, dass die Art und Weise, wie die Informationen und Fotos veröffentlicht wurden, nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprochen habe und ihn emotional stark belastet haben. Zwar bleibt Tramaglinis Schicksal ungewiss, doch eines ist sicher: Sein Fall hat die Gemeinde von Holmdel erschüttert und wird als einer der eigenartigsten Skandale in die Geschichte eingehen.
