Die Geschichte des kolumbianischen Serienmörders und Vergewaltigers Daniel Camargo Barbosa ist eine der schrecklichsten und grauenvollsten Erzählungen, die man sich nur vorstellen kann. Ein Mann, dessen Leben von Anfang an vom Leid und der Dunkelheit gezeichnet war, entwickelte sich zu einem der grausamsten Killer der Geschichte Kolumbiens. Seine grauenhaften Taten und die unzähligen Leben, die er zerstörte, ergeben ein erschreckendes Mosaik menschlicher Perversion und Entmenschlichung. Daniel Camargo Barbosa wurde am 22. Januar 1930 in Kolumbien geboren. Sein Leben begann bereits mit einem tragischen Verlust, als seine Mutter starb, bevor er ein Jahr alt war. Sein Vater, überheblich und emotional distanziert, heiratete bald darauf eine Frau namens Dioselina Fernandez. Doch diese neue Stiefmutter sollte das ohnehin schwierige Leben des jungen Daniel noch schlimmer machen. Dioselina war nicht nur aggressiv, sondern auch kreativ in ihrer Grausamkeit. Sie zwang Daniel, sich wie ein Mädchen zu kleiden und so in die Schule zu gehen. Die Demütigung, die er durch seine Mitschüler erleiden musste, prägte ihn tief. Trotz dieser Misshandlungen zeichnete sich Daniel als brillanter Schüler aus, mit einem beeindruckenden IQ von 116. Doch seine Chancen auf eine höhere Bildung wurden abrupt beendet, als er die Schule verlassen musste, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Diese frühe und brutale Entwurzlung seiner Träume und Hoffnungen legte den Grundstein für den Hass, der später sein Leben dominieren sollte. Anno 1958 wurde Camargo erstmals wegen eines kleinen Diebstahls in Bogotá verhaftet. 1960 heiratet er Alcira Castillo, mit der er zwei Kinder zeugte. Doch schon bald verliebte er sich in eine junge frau namens Esperanza. Doch als er erfuhr, dass diese keine Jungfrau mehr war, stürzte ihn diese Entdeckung in eine tiefe Obsession. Er und Esperanza schlossen einen finsteren Pakt: Sie würde ihm helfen, unschuldige junge Mädchen zu finden, die er vergewaltigen wollte. Im Gegenzug würde er bei ihr bleiben. Ihr Plan war perfide und raffiniert. Esperanza lockte Mädchen unter falschen Versprechungen in ihre Wohnung, wo sie sie mit Schlafmitteln betäubte. Camargo missbrauchte die bewusstlosen Opfer, ohne sie zu töten. Doch beim fünften Opfer ging ihr Vorhaben schief, und das Mädchen entkam, um die Polizei zu alarmieren. Dies führte zur Verhaftung von Camargo und Esperanza, die zu getrennten Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Camargo wurde schließlich am 10. April 1964 zu 8 Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis 1973 kehrte Camargo nach Kolumbien zurück, wo seine Verbrechen eine noch grausamere Wendung nahmen. Camargo verdiente seinen Lebensunterhalt damit, dass er Fernseher in den Straßen von Barranquilla verkaufte. Eines Tages kam er an einer Schule vorbei, wo er ein neunjähriges Mädchen entführte, vergewaltigte und ermordete, um sicherzustellen, dass sie nicht zur Polizei gehen konnte. Dies war der Beginn einer Mordserie, die die Vorstellungskraft selbst der erfahrensten Ermittler sprengen sollte. Camargo wurde für den Mord an dem Mädchen 1974 verhaftet, nachdem er an den Tatort zurückgekehrt war, um seinen hinterlassenen Fernseher zu holen. Trotz der Vermutung, dass er über 80 Mädchen in Kolumbien vergewaltigt und ermordet haben könnte, wurde er nur wegen eines Mordes zu 25 Jahren Haft verurteilt und auf der Insel Gorgona, dem sogenannten „kolumbianischen Alcatraz“, im Dezember 1977 inhaftiert. 1984 gelang Camargo eine atemberaubende Flucht aus dem Gefängnis über das Meer in einem primitiven Boot. Die Behörden gingen davon aus, dass er bei seiner Flucht ums Leben gekommen sei, doch das Monster lebte weiter. In Ecuador setzte er seine Mordserie fort und verübte zwischen 1984 und 1986 unglaublich brutale Verbrechen. Seine Opfer waren junge, arbeitslose Mädchen aus unteren sozialen Schichten, die er mit Lügen und falschen Versprechen in verwunschene Wälder lockte. Camargos Modus Operandi war ebenso einfach wie effektiv. Er gab sich als Fremder aus, der einen Pastor in einer abgelegenen Kirche finden wollte, und bot den Mädchen eine Belohnung an, wenn sie ihm den Weg zeigten. Wenn sie misstrauisch wurden, ließ er sie ziehen – aber die meisten taten das nicht. Sie folgten ihm in abgelegene Gebiete, wo er sie vergewaltigte und grausam ermordete. Oftmals verstümmelte er die Leichen seiner Opfer auf abscheuliche Weise mit einer Machete. Am 26. Februar 1986 endete Camargos blutige Spur. Zwei Polizisten in Quito bemerkten sein verdächtiges Verhalten und hielten ihn an. In seiner Tasche fanden sie blutige Kleidung und das verstümmelte Genital seines jüngsten Opfers sowie eine Ausgabe von Dostojewskis „Schuld und Sühne“. Trotz seiner Versuche, unter dem falschen Namen Manuel Bulgarin Solis davonzukommen, wurde er von einem Vergewaltigungsopfer, das überlebt hatte, identifiziert und verhaftet. Camargo gestand kaltblütig, 72 Mädchen in Ecuador vergewaltigt und ermordet zu haben. Ohne Reue führte er die Behörden zu den versteckten Leichen seiner Opfer. Er begründete seine Wahl von Jungfrauen damit, dass ihr Weinen ihm große Befriedigung verschaffte. Im Jahr 1989 wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt, der Höchststrafe in Ecuador zu jener Zeit. Am 13. November 1994 fand das abscheuliche Leben von Daniel Camargo Barbosa ein gewaltsames Ende. In der Garcia Moreno de Quito Strafanstalt wurde er von Geovanny Noguera, dem Neffen eines seiner Opfer, brutal erstochen. Das Monster, das so viele Leben zerstört hatte, fand schließlich im Tod seine eigene Strafe. Barbosas Geschichte bleibt ein düsteres Kapitel der Kriminalgeschichte und dient als erschreckende Erinnerung an die Abgründe, zu denen Menschen fähig sind. Möge die Erinnerung an seine Opfer in Frieden ruhen, während die Welt vor solchen Albträumen geschützt wird.
