Als die Hexe der Superreichen verewigte sich Catherine Monvoisin alias „La Voisin“ in Frankreichs Kriminalgeschichte des 17. Jahrhunderts. Diese machte sich die Intrigen und Sehnsüchte, die am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Paris herrschten, zu nutze. Dadurch stieg Catherine in Frankreichs höchste Kreise auf, die jedoch nicht verhindern konnten, dass Catherine als Hexe gebrandmarkt auf dem Scheiterhaufen landete. Catherine lebte am Stadtrand von Paris. Sie war mit dem äußerst erfolglosen Juwelier Antoine Monvoisin verheiratet, den sie angeblich später aus dem Weg räumte. Damit Catherine und ihre 16 Jahre alte Tochter nicht am Hungertuch nagen mussten, versuchte sich Catherine als Hebamme. Bald schon merkte sie, dass sie mit illegalen Abtreibungen vielmehr Geld verdienen konnte, weshalb sie sich nun als Engelmacherin, wie Frauen, die Abtreibungen vornahmen, im Volksmund genannt wurden, betätigte. Da diese verboten waren, setzte Catherine schon bald auf den lukrativen Zweig der Wahrsagerin. Sie sagte den Menschen nicht nur die Zukunft voraus, sondern verkaufte diesen neben Aphrodisiaka auch Gift. So konnten ihre Kunden nicht nur geliebte Menschen an sich binden, sondern auch ungeliebte beseitigen. Aus Froschknochen, Maulwurfzähnen und menschlichem Blut fertigte sie ihren Liebestrank an, auf den auch Madame Montespan, die langjährige Geliebte von König Ludwig XIV. schwor. Catherine hielt zudem schwarze Messen ab, in denen das Blut von Neugeborenen in Strömen floss. Sie und ihre hochadeligen Kunden beteten den Teufel an. Catherine trug dabei stets eine purpurfarbene Robe aus Samt mit zwei goldbestickten Adlern. Alles lief perfekt, bis 1679 im Prozess gegen die Giftmörderin Marquise de Brinvillers weitere Gerüchte um Giftmorde aufkamen. Um diesen auf den Grund zu gehen, setzte Ludwig XIV. eine Sonderkommission unter der Leitung des rücksichtslosen Polizeikommissars von Paris, Nicolas de la Reynie, ein. Die Lieblingsmethode von diesem war „la chambre ardente“, was auf deutsch „die glühende Kammer“ heißt. Der Name leitete sich davon ab, dass die Verdächtigen in einem schwarz verhängten Raum mit Kerzen verhört wurden, die nicht nur den Raum erhellten, sondern auch den Befragten gehörig einheizten. Bei einem solchen Verhör beschuldigten zwei Wahrsagerinnen Catherine als ihre Komplizin. Diese hatte mit ihnen Abtreibungen vorgenommen, Gift und Zaubertränke hergestellt. Darüber hinaus hatte Catherine mit Étienne Abbé Guiborg, einem katholischen Priester, in ihrem Garten in einer Kapelle okkulte Messen zu Ehren der hebräischen Dämonen Astaroth und Asmodaeus abgehalten, an denen ausschließlich der Hochadel teilgenommen hatte. Nach diesen heftigen Anschuldigungen wurde auch Catherine im glühenden Zimmer verhört. Trotz Folter bestritt Catherine vehement eine Hexe zu sein. Sie beteuerte bis zuletzt ihre Unschuld. Doch dies half Catherine nicht. Denn am 27. Dezember 1679 verfügte Ludwig XIV., dass Catherine sowie andere Beschuldigte den Flammentod auf dem Scheiterhaufen sterben mussten. Am 22. Februar 1680 wurde Catherine zusammen mit anderen Verurteilten auf den Place de Créve gebracht. Catherine, die sich weigerte Abbitte zu leisten, musste förmlich auf den Platz gezerrt werden, wo man sie auf den Holzhaufen brachte. Dort wurde sie mit Eisenketten angebunden, bevor sie mit Stroh bedeckt wurde. Dann wurde das Stroh angezündet. Catherine brannte lichterloh, bis nur noch Asche von ihr und den anderen Verurteilten übrig war. Nach dem Tod von Catherine sorgt deren Leben bis heute für zahlreichen Film- und Lesestoff.
