Véronique Frantz, geboren um 1825, ist eine faszinierende, wenn auch düstere Figur der französischen Kriminalgeschichte. Ihre Geschichte spielt sich im Elsass ab und nimmt ihren Lauf in einer Kombination aus Liebe, Eifersucht und tödlichem Verlangen. Angeführt von ihrem unstillbaren Wunsch, den Mann ihrer Träume zu gewinnen, scheute sie keine Mittel und Wege, selbst nicht den Einsatz von Gift. Im Jahr 1848 wurde Frantz als Dienstmädchen im Haus des Winzers George Guntz in Nothalten angestellt. Sie war fleißig und gewissenhaft, was ihr den Respekt und die Zuneigung der Familie einbrachte. Dennoch hatte sie einen starken Willen und oft auch einen dominanten Charakter, der nicht immer auf Zustimmung stieß. Die Familie, einschließlich Guntz Ehefrau Marie-Elisabeth Ruhlmann, vertrauten ihr blind. Aber wie es oft bei versteckten Ambitionen der Fall ist, blühten in der Dunkelheit keimende Wünsche auf. So auch bei Véronique. Ende November 1852, nach einer Krankheit von Guntz Ehefrau Marie-Elisabeth, äußerte Guntz in einem Moment der Offenheit, dass er Véronique für eine mögliche Heiratskandidatin in Betracht ziehen würde, falls seine Frau sterben sollte. Diese Bemerkung weckte in Véronique einen verzehrenden Wunsch. Sie begann, das Arsenik, das in Flaschen im Dachboden gelagert war, zu benutzen, um die Familie zu vergiften. Ihr erster Versuch führte dazu, dass viele Familienmitglieder extrem krank wurden, aber überlebten. Dies würde jedoch nicht lange gutgehen. Véronique wusste, dass ihre Zeit drängte und dass sie schnell handeln musste. Unter dem Druck drohte Guntz Schwiegermutter, die 75-jährige Marie-Anne Kobleth, das Haus zu verlassen, sollte Frantz nicht gefeuert werden, da sie ihr nicht vertraute. Doch Guntz weigerte sich. In ihrer Verzweiflung setzte Véronique den Giftcocktail fort und vergiftete schließlich Kobleths Getränke. Am 1. Dezember 1852 starb Kobleth an den Folgen einer Arsenik-Vergiftung, wodurch Véroniques Einfluss im Haus noch mehr wuchs. Mit dem Tod von Kobleth fühlte Véronique, dass sie endgültig die Kontrolle über die Familie hatte. Doch sie wollte mehr. Der Tod von Guntz Ehefrau Marie-Elisabeth am 6. Juli 1853 war für Véronique eine Steigerung. Sie glaubte, dass sie jetzt die Herzallerliebste von Guntz werden könnte. Doch zu ihrem Entsetzen kündigte Guntz an, eine andere Frau heiraten zu wollen. Wütend und enttäuscht strahlte Véronique dies aus und intensivierte ihre Vergiftungsversuche. Guntz starb schließlich am 27. Januar 1854, und Véronique schloss damit ihre tödliche Serie ab. Ein kleiner Junge und Guntz Vater überlebten zwar, hatten jedoch weiterhin mit den Symptomen der Vergiftung zu kämpfen. Nach Guntz Tod begannen die Dorfbewohner, Verdacht zu schöpfen. Eine Autopsie bestätigte die Vermutungen, als Arsenik in Guntz Organen gefunden wurde. Schnell wurden auch die Überreste von Kobleth und Ruhlmann untersucht, die ebenfalls als Opfer von Véronique galten. Obwohl Véronique zunächst jegliche Schuld von sich wies und ihre Unschuld beteuerte, wurde sie schließlich von der erdrückenden Beweislage überwältigt. Véronique gestand letztendlich die Morde. Bei ihrem Prozess musste sie sich einer intensiven Befragung durch den Staatsanwalt M. Dubois stellen. Trotz ihrer Abweisung der Fragen, warum sie Guntz vergiftet hatte, wurde sie für schuldig befunden. Am 17. Juni 1854 fällte das Gericht das Urteil: Véronique Frantz wurde zum Tode verurteilt. Sie zeigte sich während des gesamten Verfahrens kalt und gefasst, was den Anwesenden einen Schauer über den Rücken jagte. In der Haftzeit wandte sie sich ganz der Religion zu, betete viel und suchte Trost in der Spiritualität. Am Tag ihrer Hinrichtung wurde sie von Gendarmen und einem Abt begleitet. Auf der Guillotine gab Véronique Frantz ein letztes Gebet von sich, bevor sie hingerichtet wurde. Ihr letztes Mahl bestand aus einer Tasse Café au Lait und einem Brötchen. Ein einfacher Abschied für eine komplexe Seele. Die Geschichte von Véronique Frantz ist ein düsteres Kapitel der französischen Kriminalgeschichte. Ihre Handlungen waren das Ergebnis eines tief verwurzelten Wunsches nach Liebe und Macht, der sie letztendlich ins Verderben führte. Bei ihrem Tod erinnerte die Stadt Barr an die Schrecken, die in den Jahren zuvor in ihren Mauern geschehen sind, und ihre Geschichte bleibt bis heute ein warnendes Beispiel dafür, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um ihre Wünsche zu erfüllen. Selbst wenn es bedeutet, über Leichen zu gehen.
