In den dunklen Tiefen von Indiens Kriminalgeschichte sticht der Name KD Kempamma, auch bekannt als Cyanid Mallika, als eine der berüchtigtsten Serienmörderinnen hervor. Als erste verurteilte weibliche Serienmörderin Indiens begann sie ihre mörderische Reise im Jahr 1999 und hinterließ bis zu ihrer Verhaftung im Jahr 2007 eine Spur des Todes. Ihre Methoden waren ebenso raffiniert wie grausam, und sie nutzte den Glauben und die Verzweiflung ihrer Opfer aus, um ihre finsteren Pläne zu verwirklichen. KD Kempamma wuchs im beschaulichen Dorf Kaggalipura im südindischen Bundesstaat Karnataka auf. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von Instabilität und persönlichem Leid. Nachdem ihr Mann sie verlassen hatte und sie nach einer einjährigen Haftstrafe wegen Diebstahls ins gesellschaftliche Abseits geriet, versuchte Kempamma sich mit einem Chit-Fond-Geschäft über Wasser zu halten, scheiterte jedoch kläglich. In ihrer Not wandte sie sich verschiedenen Gelegenheitsjobs zu, darunter Tätigkeiten als Hausmädchen und Gehilfin bei einem Goldschmied. Ihre ersten Schritte in die kriminelle Welt führten sie bald weit über gewöhnliche Delikte hinaus. Am 19. Oktober 1999 verübte Kempamma ihren ersten Mord an der 30-jährigen Mamatha Rajan. Sie wählte ihre Opfer sorgfältig aus, indem sie meist Frauen an Tempeln ins Visier nahm, die sich in schwierigen Lebenssituationen befanden. Kempamma, die sich selbst als fromme Frau darstellte, gewann ihr Vertrauen, indem sie ihnen zuhörte und angeblich spirituelle Hilfe anbot. Für ihre perfiden Rituale bat sie die Frauen, ihre besten Kleider und ihren teuersten Schmuck zu tragen. Was die Opfer nicht ahnten: Das heilige Wasser oder Essen, das ihnen Kempamma gab, war mit Cyanid vergiftet. Die tödliche Substanz erhielt sie aus Goldschmiedewerkstätten, wo diese zur Reinigung von Schmuck verwendet wurde, wo Kempamma als Hilfsarbeiterin tätig war. Unter dem Vorwand eines Rituals zwang sie ihre Opfer, die giftige Substanz zu konsumieren, wobei sie oft deren Nasen zuhielt, um den Prozess durchzuführen. Zwischen Oktober und Dezember 2007 eskalierte Kempammas Mordserie dramatisch. In nur drei Monaten tötete sie fünf Frauen: Elizabeth, Yashodhamma, Muniyamma, Pillama und Nagaveni. Jede dieser Frauen vertraute Kempamma, in der Hoffnung, dass ihre Probleme durch die vermeintlich religiösen Rituale gelöst werden könnten. Doch Kempammas wahre Absicht war es, sie zu berauben und zu ermorden. Besonders tragisch ist das Schicksal der 30-jährigen Nagaveni, die verzweifelt einen Sohn haben wollte. Wie bei ihren anderen Opfern auch, nutzte Kempamma diese Sehnsucht aus und versprach ihr ein erfolgreiches Ritual. Doch Nagaveni fand statt Erfüllung nur den Tod durch das tödliche Gift. Kempammas kriminelle Karriere endete schließlich am 31. Dezember 2008, als sie versucht hatte, den Schmuck ihrer Opfer zu verkaufen. Ein aufmerksamer Polizist erkannte sie und nahm sie fest. In ihrer Tasche fanden sich sowohl Geld als auch Wertsachen, die den Opfern gehörten. Bei ihrer Vernehmung gestand Kempamma ihre Taten und offenbarte die grausamen Details ihrer Morde. In den folgenden Jahren wurde sie in mehreren Prozessen für schuldig befunden und erhielt schließlich in zwei Fällen die Todesstrafe. Sie war die erste Frau in Karnataka, die dieses Urteil erhielt. 2012 wurde ihre Strafe jedoch in lebenslange Haft umgewandelt, da das Gericht entschied, dass die Beweise größtenteils nur auf Indizien beruhten. Das Vermächtnis von KD Kempamma wirft auch weiterhin lange Schatten. Im Jahr 2017 wurde sie erneut in den Fokus der Medien gerückt, als bekannt wurde, dass sie in derselben Gefängniszelle wie V. K. Sasikala, eine prominente Politikerin, untergebracht war. Berichten zufolge hatte Kempamma mehrmals versucht, Sasikala zu treffen und ihr sogar Essen gebracht, was zu Spekulationen über mögliche Bedrohungen führte. Doch das wahre Erbe von Cyanid Mallika liegt in der schmerzhaften Erinnerung an die Frauen, deren Vertrauen sie missbrauchte und deren Leben sie grausam beendete. Kempammas Fähigkeit, die tiefsten Ängste und Wünsche ihrer Opfer auszunutzen, zeigt die erschreckenden Abgründe menschlicher Grausamkeit und die dunkle Seite des Vertrauens. Diese Geschichte dient als Mahnung, wie leicht Glaube und Vertrauen in die falschen Hände geraten können. Sie enthüllt auch die Herausforderungen, denen die Gesellschaft gegenübersteht, wenn es darum geht, diejenigen zu schützen, die in Not und Verzweiflung Hilfe suchen. Kempamma mag nun hinter Gittern sitzen, aber die Narben, die sie hinterlassen hat, werden noch lange in den Herzen und Gedanken der Angehörigen der Opfer nachhallen. Indien wird sich noch lange an die Gräueltaten der Cyanid Mallika erinnern, und ihre Geschichte wird als düsteres Kapitel in den Annalen der Kriminalgeschichte des Landes weiterleben. Ihre Morde sind eine grausame Erinnerung daran, dass die Suche nach spirituellem Trost manchmal in den Händen falscher Heiliger enden kann. Die Geschichte von KD Kempamma ist eine tragische Erzählung über Vertrauen, Verrat und die tiefsten Abgründe menschlichen Handelns. Sie zeigt, wie unschuldiges Vertrauen und der Wunsch nach spiritueller Heilung ausgenutzt und in tödliche Fallen verwandelt werden können. Dieses Verbrechen lehrt eindrucksvoll, wachsam zu sein und stets kritisch zu hinterfragen, wem man sein Vertrauen schenkt.
