Eine ganze Familie, die nach einer Legende Jagd auf Menschen machte, um diese nicht nur auszurauben, sondern genüsslich zu verspeisen, war die legendäre schottische Bean-Familie. Diese trieb während der Regentschaft von König Jakob VI. von Schottland im 15. Jahrhundert ihr Unwesen. Anführer des kannibalistischen Clans, der aus 8 Söhnen, 6 Töchtern und 32 Enkeln bestand, die durch Inzucht gezeugt wurden, war Alexander Sawney Bean. Dieser wurde im 15. Jahrhundert in East Lothian geboren. Er arbeitete als Gerber und heiratete die angebliche Hexe Black Agnes Douglas, die schwarze Magie praktizierte. Mit ihr verließ Alexander seine Geburtsstadt, um fortan in einer Höhle in Bennane Head, die mehrere hundert Meter in den Felsen reichte und deren Eingang bei Flut überschwemmt wurde, zu hausen. Ihren Lebensunterhalt verdiente das Ehepaar damit, dass sie Reisende ausraubten und ermordeten. Agnes war äußerst fruchtbar und gebar viele Kinder, die das Paar von der Außenwelt in ihrer Höhle abschottete. Diese wiederum pflanzten sich untereinander fort. Um die mittlerweile 48 Menschen, die in der Höhle lebten, statt zu bekommen, begannen diese ihre Raubopfer auf ihren Speiseplan zu setzen. Dafür schleppten sie ihre toten Körper in die Höhle, wo sie diese ausweideten und danach verspeisten. Die Kannibalenfamilie legte sich einen großen Vorrat an Menschenfleisch für schlechte Zeiten an, indem sie die zerstückelten Menschenteile in Salz und Essig einlegten oder räucherten. Natürlich machte es in der Bevölkerung die Runde, dass immer mehr Reisende in dieser Gegend aus unerklärlichen Gründen verschwanden. Zunächst glaubte das Volk, dass ein Werwolf dafür verantwortlich war. Der König sandte seine Soldaten aus, um der ganzen Sache Herr zu werden. Aber trotz allem verschwanden immer mehr Menschen. Wer steckte nur dahinter? Dann kam dem König ein Zufall zu Hilfe. Anno 1435 hatte sich ein Paar mit seinen Pferden vom Jahrmarkt auf ihren Nachhauseweg gemacht, als sie plötzlich von einer verwilderten Bande attackiert wurden. Während der Mann durch den beherzten Einsatz herbeieilender Jahrmarktbesucher gerettet werden konnte, war seine Frau bereits von den wilden Kreaturen ermordet worden. Der Bean-Clan, der diesmal ohne Beute fliehen musste, war aufgeflogen. Der König höchstpersönlich machte sich mit 400 Soldaten auf, um den Bean-Clan endgültig sein Handwerk zu legen. Seine Bluthunde spürten die Höhle auf, wo sich ihm und seinen Soldaten ein Bild des Schreckens bot. Als sie die Höhle betraten, hingen überall gepökelte Menschenteile von der Decke, in der 48 verwahrloste Menschen in Lumpen wohnten. Auf dem Boden der Höhle lagen überall Essensreste herum, die von Menschen stammten. Die Bean-Familie, die mehr als 1.000 Menschen gegessen haben soll, wurde verhaftet und vom König zu wilden Tieren erklärt, die zum Tode verurteilt wurden. Bei ihrer Exekution wurden den Männern nach alter Tradition die Hände und Füße abgeschlagen, um sie ausbluten zu lassen. Die Frauen mussten die grausame Hinrichtung ihrer Männer ansehen, bevor sie in Gruppen zu jeweils 3 Personen bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Alexander Sawney Bean soll bis zu seinem Tod immer wieder gesagt haben: „Es ist nicht vorbei, es wird nie vorbei sein“. Doch tatsächlich endete die Geschichte der kannibalistischen Bean-Familie genau an dieser Stelle.
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