Mohammed Bijeh ist ein Name, der sich tief ins Gedächtnis Irans eingebrannt hat, da er über 16 Jungen im Alter von 8-15 Jahren in die Wüste südlich von Teheran gelockt, vergewaltigt und getötet hat. Die Morde in der Umgebung von Teheran wurden als der größte Kriminalfall in der zeitgenössischen Geschichte des Landes anerkannt und lösten landesweite Empörung aus. Über das Leben von Mohammed Bijeh ist wenig bekannt. Er wurde am 7. Februar 1975 geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Mohammed war das älteste von 7 Kindern. Im Alter von 11 Jahren zog Mohammed mit seiner Familie in die Hauptstadt der Provinz Chorasan, die unweit der Grenze zu Afghanistan und Turkmenistan liegt. Mohammed litt angeblich sehr unter seiner gewalttätigen Mutter, die ihn täglich so heftig schlug, dass er blutete, was in ihm eine Art Euphorie auslöste. Mohammed verließ die Schule früh, um in einer Ziegelei in Chorasan zu arbeiten, wo er den heroinabhängigen Ali Baghi kennen lernte, dessen Kindheit durch den sexuellen Missbrauch seines Vaters und anderer Männer geprägt war. Ali Baghi wurde Mohammeds Komplize bei seiner brutalen Mordserie, die sich zwischen März und September 2004 ereignete. Mohammed Bijeh und Ali Baghi lockten ihre Opfer in die Wüste, indem sie vorgaben, mit ihnen auf die Jagd nach Hasen und Füchsen zu gehen. Dort betäubten sie die Opfer durch Schläge mit Steinen oder vergifteten sie. Danach missbrauchten sie die Kinder sexuell, bevor Mohammed sie tötete und ihre Leichen verbrannte oder vergrub. Mehrere Opfer stammten aus armen afghanischen Flüchtlingsfamilien, die aus Angst vor Deportation das Verschwinden ihrer Kinder nicht meldeten. Die genaue Anzahl der Opfer variiert; während die BBC berichtete, dass er wegen der Ermordung von 19 bis 22 Menschen verurteilt wurde, schätzten die Einheimischen die Zahl als weitaus höher ein. Die Polizei ermittelte erst als mehrere Jungen verschwanden. Mohammed Bijeh wurde zunächst im April 2004 festgenommen und dann wieder freigelassen, da keine ausreichenden Beweise gegen ihn vorlagen. Erst nachdem zwei seiner versuchten Opfer entkamen und ihn und seinen Komplizen, Ali Baghi auch Ali Gholampour genannt, meldeten, wurde er endgültig verhaftet. Bijeh wurde schließlich im Provinzgerichts von Teheran angeklagt. Im Verlauf des zweitägigen Prozesses, der aus Rücksicht auf die Familien der Opfer privat abgehalten wurde, gestand Mohammed Bijeh seine Verbrechen und schilderte sie detailliert. Bijeh wurde letztlich für die Morde und Vergewaltigung von 16 Jungen zum Tode und 100 Peitschenhieben verurteilt. Sein Komplize Ali Baghi wurde zwar von der Beteiligung an den Morden freigesprochen, aber wegen einiger Entführungen zu 15 Jahren Gefängnis und 100 Peitschenhieben verurteilt. Die Ermittlungen der Polizei wurden wegen Inkompetenz stark kritisiert, und mehrere Beamte wurden suspendiert. Am 16. März 2005 fand die Hinrichtung in Pakdasht statt, einer Stadt in der Nähe des Wüstengebiets, wo die Morde stattfanden. Vor einer Menge von etwa 5000 Menschen wurde Bijehs Hemd entfernt, der an einen Eisenpfahl gefesselt wurde und dort 100 Peitschenhiebe erhielt. Während seiner Auspeitschung brach Mohammed dreimal zusammen, gab aber keinen Laut von sich, bevor die öffentliche Hinrichtung stattfand. In einem dramatischen Moment schaffte es der 17 Jahre alte Bruder des Opfers Rahmin Younessi, die etwa 100 Sicherheitskräfte zu überwinden und auf Mohammed Bijeh einzustechen. Danach legte Mulad Kahani, die Mutter eines anderen Opfers eine blaue Nylonschlinge um seinen Hals, und Mohammed Bijeh wurde etwa zehn Meter mit dem Kran in die Luft gehoben. Anschließend wurde ein Arm des Krans angezogen, wodurch Mohammed Bijeh langsam erwürgt wurde. Diese Hinrichtungsmethode mit einem Kran ist im Iran üblich, wobei das Genick des Opfers nicht gebrochen wird, so dass dieses einen recht langsamen und qualvollen Tod erleidet. Mehrere Zuschauer applaudierten und riefen laut „Marg bar Bijeh“, Tod für Bijeh, und „Allahu akbar“, Gott ist groß. Die brutalen Taten Bijehs und die anschließende öffentliche Hinrichtung hinterließen tiefe Spuren in der iranischen Gesellschaft und lösten weitreichende Diskussionen aus. Viele forderten strengere Überprüfungen und Verbesserungen der Polizeiarbeit, während andere die Notwendigkeit von Reformen im Justizsystem betonten, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern. Die Frage nach der Fortführung öffentlicher Hinrichtungen polarisierte die Gesellschaft, wobei einige sie als abschreckendes Beispiel und andere als grausame und unnötige Praxis betrachten. Zusätzlich zur Information aus Zeitungsberichten und Fernsehübertragungen trugen Aussagen von Augenzeugen und Opfern von Serienmördern weltweit dazu bei, ein vollständigeres Bild von Bijehs kriminellem Verhalten und den psychologischen Hintergründen solcher Taten zu schaffen. Experten weisen darauf hin, dass tiefgehende Traumata und soziopathische Tendenzen oft eine Rolle spielen, was zu solchen extremen Verbrechen führt. In globaler Hinsicht wird Bijeh oft in einem Atemzug mit anderen berüchtigten Serienmördern wie Ted Bundy oder Andrei Chikatilo genannt. Während Ted Bundy in den USA für seine charmante Erscheinung und seine furchterregenden Taten bekannt war, schockierte der ukrainische Serienmörder Andrei Chikatilo die Welt mit seinen grausamen Morden in den 1980er und frühen 1990er Jahren. Diese Fälle zeigen, dass Serienmorde ein weltweites Phänomen sind, das unabhängig von Kultur und Geografie auftreten kann. Die grausame Natur der Verbrechen sowie die öffentliche und brutale Bestrafung sorgten für Schlagzeilen und gaben Anlass zu ernsthaften Betrachtungen über Justiz und Strafmaßnahmen. Der Fall Mohammed Bijeh bleibt trotz der Jahrzehnte, die seitdem vergangen sind, eine düstere Erinnerung an die Abgründe menschlichen Handelns und die Notwendigkeit einer robusten und fairen Rechtsprechung. Die grausamen Taten und die kontroverse Hinrichtung haben eine Diskussion angestoßen, die bis heute anhält. Es bleibt zu hoffen, dass durch solche tragischen Ereignisse Lektionen gezogen werden, die zukünftige Generationen vor ähnlichem Leid bewahren können.
